Was wir in 1996 gemacht haben!

Motorradfahrer helfen Behinderten

Das erste Behindertenfest!

Im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit veranstaltete der Beirat Ostwestfalen-Lippe am 24.08.1996 auf dem Gelände der MAMRE-Schule in Bielefeld/Bethel ein Fest für und mit Behinderten unter dem Motto “Motorradfahrer helfen Behinderten”.
Aus ganz Deutschland, einige sogar aus dem angrenzenden Ausland, waren Motorradfahrer bei geilem Wetter nach Bielefeld gekommen um dem Beirat bei der Benefizveranstaltung zur Seite zu stehen.
Schulleiter Albrecht Zur Weihen: “Ich gebe zu, erst war ich skeptisch und dachte, das geht nie gut. Doch dann waren die Biker mit so viel Engagement bei der Sache, daß die Vorurteile ganz schnell verschwanden”.
Neben Livemusik der Gruppen Harajan, Hexas und Second Hand News, die mit Coverstücken aus den 70gern sowie eigenen Stücken das Publikum begeisterten, gab es noch die Tanzvormation “Bodies in Motion” zu bewundern, die ebenso kostenlos auftraten. Außer einer kleinen Motorradausstellung mit Oldtimern wurde noch für sportlich ambitionierte Festbesucher ein Schubkarren- und ein Rollstuhlrennen geboten. Hier zeigte so mancher Behinderte den Bikern wie schnell man auch ohne Motor sein kann. Bei den kleinen Gästen war eine Hüpfburg ein großer Anziehungspunkt.
Als absoluter Renner erwiesen sich die vom Beirat organisierten Gespannausfahrten über einen Rundkurs durch die “von Bodelschwingschen” Anstalten, an der behinderte sowie nichtbehinderte Kinder kostenlos teilnehmen konnten. Aber auch der ein oder andere Erwachsene Gast ließ es sich nicht nehmen, gegen einen kleinen Obolus von 1.-DM, eine Runde im Seitenwagen mitzuerleben. Ausgestellt wurden noch ein Fahrschulwagen für Behinderte und ein Behindertengerecht umgebautes Wohnmobil, das einem Member des MC “Club 20 Bielefeld” gehört und zu mieten ist. Zur finanziellen Unterstützung des Festes hatte der Beirat bei Motorrad- und Motorradzubehörhändlern in der Umgebung Sparschweine aufgestellt, in die zusätzlich gespendet werden konnte.
Zahlreiche Sachspenden, die die Händler und Privatpersonen aus der Region zur Verfügung stellten, wurden am Spätnachmittag bei der großen Tombola verlost. Desweiteren konnten T-Shirts, die eigens für dieses Fest gedruckt wurden, käuflich erworben werden. Fürs Leibliche Wohl sorgten Kaffee, Kuchen, Gulaschsuppe, Gegrilltes, Frittiertes und (wegen der benachbarten Suchtanstalt) Alkoholfreie Getränke zu zivilen Preisen . Personelle Unterstützung bekam der Beirat OWL von den Motorradclubs Roadbreaker MC Bielefeld und ETC Lippe. Der ETC Lippe spendete außerdem 300.- DM aus dem Gewinn Ihrer Jahresparty.
Während der Vorbereitung und Planung hieß es für den Beirat einige Hindernisse zu überwinden. Waren Wir Anfangs doch 18 Aktive die sich die Arbeit teilen wollten, schrumpfte die Anzahl der Aktiven zeitweilig auf ganze 4 zusammen, die zum Teil durch die Mehrarbeit einfach überlastet waren. So kam es, das Dinge nicht rechtzeitig oder gar nicht erledigt werden konnten. Auf Regionalen Infoständen konnten neue BU Mitglieder gewonnen werden, die unser Vorhaben gut fanden und bei den Vorbereitungen Aktiv mitwirken wollten. So konnten die Aktiven auf, am Ende wieder, 10 aufgestockt werden.
Aber auch kurz vor Veranstaltungsbeginn wurden uns noch Steine in den Weg gelegt, die erst mal weggeräumt werden mußten. Am Donnerstag vor dem Fest sagte uns der Spediteur den zugesagten Auflieger für die Bühne wieder ab und es mußte innerhalb von 24 Std. Ersatz beschafft werden. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen dachten wir.
Das dachten wir auch nur, den am Freitag während des Aufbaus sagte uns der Moderator ab. Was tun sprach Zeus. Panzer rief noch am Freitag Spätabends bei Tedy an und erzählte Ihm von der Situation. Dieser Überlegte nicht lange, sagte seine privaten Termine für Samstag ab und übernahm die Moderation.
4645,- DM konnte so der Beirat am Ende der Veranstaltung dem Rektor der MAMRE-Schule überreichen, die in die Zusammenlegung zweier Behindertenschulen einfließen wird. Der Beirat konnte mit dem Fest nicht nur Vorurteile gegenüber Biker und Rocker abbauen, sondern bestimmt auch neue Freunde und Sympathisanten gewinnen.
Nochmals Schulleiter Albrecht Zur Weihen: “Es ist schon toll, was die Leute der Biker Union hier auf die Beine gestellt haben. Weder die Motorradfahrer noch die Behinderten hatten große Berührungsängste”
Abschließend richtet sich der Dank des Beirates an die Gespannfahrer und die Sponsoren, die den Verkauf von T-Shirts, Kuchen, Gulaschsuppe und Tombolalosen ermöglichten sowie den vielen freiwilligen Helfern.